Hinweise zum Sozialbereich - Berufliche Oberschule Holzkirchen

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Hinweise zum Sozialbereich

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Hinweise zum Sozialbereich
Bei einem Einsatz in erzieherischen und pflegerischen Einrichtungen gelten erhöhte Anforderungen insbesondere in Bezug auf den Gesundheitsschutz, denen von staatlicher Seite mit der arbeitsmedizinischen Vorsorge und der Hygieneerstbelehrung Rechnung getragen wird.
Unabhängig davon, ob diese „Vorkehrungen" im Einzelfall bei der Beschäftigung der FOS-PraktikantInnen nötig sind, sollten unsere Schülerinnen und Schüler bestmöglich vor Infektionen geschützt werden.
Hierzu zählt vor allem eine Aufklärung durch die Praktikumseinrichtung über Infektionsgefahren und diesbezügliche Schutzvorkehrungen. Bei problematischeren Infektionsrisiken (z.B. Norovirus) ist es zumindest erforderlich, dass die PraktikantInnen aus dem Risikobereich durch Stations- bzw. Gruppenwechsel genommen werden. Eine schwerwiegende Erkrankung kann auch zu der Problematik führen, dass bei längerer Fehlzeit viele Tage nachgearbeitet werden müssen, um das Bestehen des Praktikums  zu bewirken.  Bei Fortdauer der Erkrankung in der Schulphase wäre die Konsequenz, dass Unterricht versäumt wird.
Beim pflegerischen Einsatz sollte auch berücksichtigt werden, dass die SchülerInnen im Rahmen der 3-tägigen Einführung in das pflegerische Praktikum nur die Grundlagen der Pflege kennenlernen und somit eine Ganzkörperpflege (insbesondere Intimpflege) in Verbindung mit den „persönlichen Grenzen" unserer PraktikantInnen nicht zumutbar ist.

Arbeitsmedizinische Vorsorge
Gemäß der Empfehlung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen (http://www.stmas.bayern.de/arbeitsschutz/sozial/frauen.htm.) ist jetzt entgegen der bisherigen Regelung grundsätzlich eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung zu veranlassen.
Auf der Seite 6 steht konkret: „Absolvieren Minderjährige eine Berufsausbildung in einer Kindertageseinrichtung oder dient der Aufenthalt dazu, ihnen berufsspezifische Fertigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen zu vermitteln …, dürfen sie wie eine Vollkraft eingesetzt werden, wenn dies zur Erreichung ihres Ausbildungsziels erforderlich ist und sie dabei unter Aufsicht eines Fachkundigen stehen. Hier ist vom Arbeitgeber eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung einschließlich Impfangebot nach ArbMedVV zu veranlassen, z.B. wenn Kinder im Vorschulalter betreut werden."
Die Kosten der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung und ggf. Impfungen sind wie bisher von der Praktikumseinrichtung zu tragen.
Die verpflichtende Untersuchung bezieht sich nur auf Minderjährige und bei einem Einsatz als Vollkraft. Bitte prüfen Sie, inwieweit in Ihrer Einrichtung ein derart umfassender Einsatz notwendig ist, um das Aus-bildungsziel zu erreichen. Unseres Erachtens wird das Ausbildungsziel auch erreicht, wenn in einer Kinder-krippe z.B. keine Windeln gewechselt  werden und im Kindergarten z.B. kein Essen zubereitet bzw. verab-reicht wird.  Das zweite Beispiel betrifft auch die Thematik „Hygiene" und die Frage, ob von schulischer Seite eine Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz („Hygieneerstbelehrung") durchgeführt wird.

„Hygieneerstbelehrung"
Bei einem Praktikum in Kindertagesstätten und pflegerischen Einrichtungen sind laut Mitteilung des Gesundheitsamtes des Landkreises Miesbach grundsätzlich nicht die Voraussetzungen nach § 42 Infektionsschutzgesetz gegeben, die eine Erstbelehrung erfordern. Sollten in Ihrer Einrichtung Praktikanten mit Essenszubereitung und  –ausgabe in einer Gemeinschaftsküche beschäftigt werden, bitten wir Sie, mit dem Gesundheitsamt die Notwendigkeit einer Erstbelehrung abzusprechen und ggf. zu veranlassen.

Erweitertes Führungszeugnis
Mit der Einführung des Kinderschutzgesetzes zum 01.01.2012 ist die bisherige Befreiung von der Vorlage eines Führungszeugnisses für Praktikanten entfallen. Laut dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit … hängt die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses beim Praktikumseinsatz von der Art, Intensität und Dauer des Kontakts der Praktikanten mit Kindern und Jugendlichen ab.  Welche Tätigkeiten hiervon erfasst sind, entscheiden die Jugendämter vor Ort. In der Regel  wurden zwischen den Trägern der Einrichtungen und den Jugendämtern diesbezüglich bereits Vereinbarungen abgeschlossen.
Bitte erkundigen Sie sich gegebenenfalls beim zuständigen Jugendamt, ob ein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen ist. Die Kosten in Höhe von 13 Euro für ein erweitertes Führungszeugnis sind von den Schülerinnen und Schülern zu tragen, wobei für das unentgeltliche schulische Praktikum wegen der nicht eindeutigen Rechtslage eventuell eine Kostenbefreiung bzw. –minderung gewährt werden könnte.
Zur Unterstützung des Antrags steht das Formblatt „Anschreiben Gemeinde" auf unserer Website zur Verfügung.

Im Rahmen der Einführungsveranstaltung in das Praktikum zum Schuljahresbeginn werden die Schülerinnen und Schüler im Sozialzweig ausführlich über die o.g. Aspekte aufgeklärt.
Ich hoffe, dass diese Informationen Ihnen helfen, das Praktikum von der rechtlichen Seite abzusichern. Bitte setzen Sie sich mit der Schule in Verbindung, falls es Klärungsbedarf gibt.

Stand:  04/16

 
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